Kirsten Dörr führt CDU-Stadtverband
Politik: Verwaltungswirtin tritt die Nachfolge von Bernd Körner an – Kritik an Rot-Grün in Mörfelden-Walldorf
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Langjährige Mitglieder ehrte der scheidende CDU-Stadtverbandsvorsitzende Bernd Körner (Zweiter von rechts) bei der Hauptversammlung. Gerhard Loos, Manfred Rutsch, Ruth Busse, Karsten Groß sowie Ulrike und Alfred Pfortner (von links) gehören der Partei seit mehr als 25 beziehungsweise 40 Jahren an. Fotos: Timo Jaworr
Kirsten Dörr ist neue Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes in Mörfelden-Walldorf. Bei der Hauptversammlung der Christdemokraten erhielt die 1971 geborene Diplom-Verwaltungswirtin 32-Ja-Stimmen. Sechs Versammlungsteilnehmer votierten mit Nein, zudem gab es eine Enthaltung.
Dörr, die der Stadtverordnetenversammlung angehört und im Kreistag Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses ist, tritt die Nachfolge von Bernd Körner (Jahrgang 1956) an. Körner hatte die Partei bereits von 2005 bis 2007 und dann wieder seit 2009 geführt. Er war vor zwei Jahren für den designierten Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt eingesprungen, der nach dem Gewinn des Landtagsmandats seinen Wohnsitz in die Opelstadt verlegt hatte. Körner verzichtete nun aus beruflichen Gründen auf eine weitere Amtszeit.
„Wir werden die Probleme der Leute ernst nehmen und ihnen vermitteln, warum welche Entscheidungen getroffen werden müssen“, sagte Dörr nach ihrer Wahl im Restaurant „Goldener Apfel“.
Im geschäftsführenden Vorstand der CDU ergab sich zudem ein weiterer Wechsel: Fraktionschef Karsten Groß (Jahrgang 1970) übernahm die Stellvertreterposition von Ursula Hausladen (Jahrgang 1944). Für die nächsten beiden Jahre in ihren Ämtern bestätigt wurden Barbara Burghardt (Geschäftsführerin/Jahrgang 1961), Gerhard Loos (Kassierer/1934) und Klaus Gohlke (Schriftführer/1941). Beisitzer sind Ursula Jung, Jan Körner, Gerhard Roller, Bernd Spaltmann, Christoph Scholz und Manfred Winn.
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Kirsten Dörr ist neue CDU-Vorsitzende in Mörfelden-Walldorf.
Dass die anstehenden Entscheidungen von großer Bedeutung für die Zukunft Mörfelden-Walldorfs sein werden, betonte nach Dörr auch Karsten Groß. Der Fraktionsvorsitzende berichtete zunächst über die Koalitionsverhandlungen von SPD und Grünen. Dieses seien langwierig gewesen, der Vertrag letztlich mit klarer grüner Note versehen.
Besonders bedauerlich sei aus Sicht der CDU, dass in der rot-grünen Koalition weiter ein Dissens beim Thema Südumgehung bestehe, so Groß. Anhand der formulierten Klauseln könne man ablesen, dass nun „die SPD zur faktischen Ablehnung der Südumgehung“ und zur Nordumfahrung tendiere. Die vielen Kompromisse im Vertrag wären die Sozialdemokraten wohl eingegangen, damit bei der Bürgermeisterwahl 2013 kein schwacher SPD-Kandidat gegen einen starken Grünen antreten müsse, vermutete Groß.
Vor allem die finanzielle Lage der Stadt stand bei der Hauptversammlung der CDU im Fokus. Bernd Körner erinnerte in seinem Bericht daran, dass die Union mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Verschuldung in die Kommunalwahl gezogen war. „Selten zuvor hatten wir einen qualitativ so guten Wahlkampf geführt“, sagte er. Das Erdbeben und die Reaktorkatastrophe in Japan hätten sich allerdings zu Gunsten der Grünen ausgewirkt. Körner: „Das war überall im Land bemerkbar.“
Die Finanzen sei aber weiter ein wichtiges Thema. Die Stadt sei von Rot-Grün dermaßen abgewirtschaftet worden, dass „es inzwischen ans Eingemachte geht“, so Körner. Hoffnung auf Aufschwung sei nicht in Sicht, die Schulden der Stadt ließen sich nicht mehr durch kleine Einsparungen tilgen. Massive Kürzungen seien nötig – vom sozialen Bereich über den Sport hin zur Kultur. „Die Konsequenz aus der schlechten rot-grünen Politik ist: Wir müssen lernen, mit dem vorhandenen Geld auszukommen“, sagte Körner.
Den geforderten Kürzungen im sozialen Sektor stimmte Groß nicht zu. Mit dem Verkauf von städtischen Immobilien könne bereits ein großer Brocken unnötiger Kosten beseitigt werden, meinte er. Den Trend zu immer größerer Verschuldung bestätigte Groß aber: „Es gibt kein Einnahme-, sondern ein Ausgabeproblem.“
Als letzte Amtshandlung ehrte der scheidende Stadtverbandsvorsitzende Körner bei der Hauptversammlung langjährige Parteimitglieder. Ulrike und Alfred Pfortner wurden für 41 Jahre in der CDU ausgezeichnet, Leonhard Peez, Manfred Rutsch sowie Paul Coenen für 40 Jahre. Ruth Busse, Gerhard Loos, Thomas Schwappacher und Karsten Groß sind seit 25 Jahren CDU-Mitglieder.