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CDU Mörfelden-Walldorf

Mörfelden-Walldorf
Neujahrsempfang: FNP: Eine Kampfansage der CDU
23.01.2012 - Bund
Neujahrsempfang: FNP: Eine Kampfansage der CDU

In seiner Rede zählte Karsten Groß zunächst das auf, was Rot-Grün seiner Meinung nach schlecht gemacht hat. Auch forderte er eine Schuldenbremse.

Mörfelden-Walldorf. Der frühere CDU-Generalsekretär und jetzige hessische Staatsminister Michael Boddenberg begeisterte die Gäste mit seiner Rede. Fotos: NiessDer frühere CDU-Generalsekretär und jetzige hessische Staatsminister Michael Boddenberg begeisterte die Gäste mit seiner Rede. Fotos: Niess Frei nach dem Motto "besser spät als nie" lud nun auch die Mörfelden-Walldorfer CDU zu ihrem Neujahrsempfang. Rund 60 Gäste begrüßte Kirsten Dörr, die neue Vorsitzende der Union in der Doppelstadt. "Wer immer nach hinten sieht, wird vorne vor einen Baum laufen", sagte sie. "Wir wollen nach vorne sehen und auf Rückblicke verzichten", erklärte Dörr. Ein Wunsch, dem weder der Gastredner, Staatsminister Michael Boddenberg, noch der Fraktionschef der CDU, Karsten Groß, nachkamen.







 

Bürgerbeteiligung

So zählte Groß jene Ereignisse des vergangenen Jahres auf, bei denen die rot-grüne Regierung der Stadt seiner Meinung nach nicht gut ausgesehen habe. "Bürgerbeteiligung" war sein Stichwort, und er leitet von Stuttgart 21, wo ein Volksentscheid dafür sorgte, dass der grüne Ministerpräsident nun einem Bahnhof zustimmen müsse, den er nicht will, über zum Bahnhof Walldorf. "Eine Bürgerbeteiligung hätte die Entscheidung von vornherein verhindert. So musste Rot-Grün zurückrudern", sagte Groß in Bezug auf das ursprünglich geplante Luxusfahrradparkhaus.

Die Kostensteigerung des neuen Jugendzentrums in Mörfelden, die Lage des umstrittenen neuen Netto-Marktes in Walldorf und die Gebühren für die Kindertagesstätten waren weitere Beispiele, die der Fraktionschef der Union aufführte. Und auch der Bürgerhaushalt war Thema in seiner Rede zum Neujahrsempfang.

"Wir fordern eine Schuldenbremse", erklärte der CDU-Politiker. Eine erste Kampfansage im Hinblick auf die Direktwahl des Bürgermeister, bei der die Grünen auf eine Kandidatur verzichten wollen, um sich damit die Stelle des Ersten Stadtrats weiterhin zu sichern, wie er sagte, schloss seinen Vortrag ab – auch wenn die Wahl erst im Frühjahr 2013 sein wird.

Zuvor hatte Michael Boddenberg mit einem rhetorisch sehr überzeugenden Auftritt die große Politik skizziert. Der Vertreter Hessens im Bundesrat ging dabei auch auf den Flughafen Frankfurt ein. "Ich wohne im Frankfurter Süden", sagte der hessische Staatsminister. Seit vergangenen Oktober könne er nachvollziehen, wie es ist, wenn täglich hunderte Flugzeuge über einen hinweg fliegen. Die große Frage sei, wie die Situation verbessert werden könne, sagte Boddenberg und betonte die Bemühungen vor allem des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU).

 

Ausbau unumgänglich

Auf der anderen Seite müsse klar sein, dass für den wirtschaftlichen Erfolg der Region der Ausbau des Flughafens unumgänglich gewesen sei. "Wir haben teilweise Arbeitslosenquoten von fünf oder sogar nur drei Prozent", sagte Boddenberg. Und nicht nur Piloten und Topmanager seien dort beschäftigt. Auch wenn er das Verhalten einiger Fluglärmgegner, unter denen seiner Meinung nach viele Gegner des Flughafens insgesamt seien, kritisierte, betonte er, dass er stolz sei, in einem Land zu leben, in dem solch ein Protest überhaupt möglich sei.

"Ich vermisse allerdings, dass sich die Branchen zu Wort melden, die vom Ausbau profitieren", sagte der Staatsminister. Denn die Region sei eben nicht nur das Bankenzentrum, sondern unter anderem auch das IT-Herz Deutschlands mit rund 11 000 Arbeitsplätzen. Auch dies sei dem Flughafen und der Verkehrsinfrastruktur zu verdanken.khn (khn)